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Muss mein Kaminofen bis Ende 2017 stillgelegt werden?

Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV)

Als Kaminofen- bzw. Kachelofenbesitzer hat man es nicht leicht. Ständig wird man in den Medien mit neuen Meldungen verunsichert und auch das Internet strotzt nur so von Halbwahrheiten und falschen Informationen.

Wir wollen Licht ins Dunkle bringen und mit den Ungereimtheiten und unvollständigen Angaben aufräumen.

Hintergrundinformationen

Da in Deutschland immer mehr Menschen sogenannte Kleinfeuerungsanlagen in Betrieb nehmen (Kaminöfen, Kachelöfen, Pelletofen etc.), sind natürlich auch die Schadstoffe in der Luft gestiegen.

Da die Öl- und Gaspreise in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind, setzten immer mehr Verbraucher auf holzbetriebene Kaminöfen und Pelletheizungen. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 14 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen (Kamin- und Kachelöfen) in Betrieb sind.

Da bei der Verbrennung von Holz natürlich auch Schadstoffe entstehen, hat der Gesetzgeber genau aus diesem Grund die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) erlassen.

Diese Verordnung regelt den zulässigen Schadstoffausstoß von Feuerungsanlagen, d.h. dass Kleinfeuerungsanlagen bestimmte Emissionsgrenzwerte für Kohlenstoffmonoxid und Feinstaub nicht überschreiten dürfen. Diese Verordnung gilt seit dem 22.03.2010 und ist in zwei Stufen unterteilt.

  • Die 1. Stufe ist seit dem 22.03.2010 in Kraft getreten.
  • Die 2. Stufe ist seit dem 01.01.2015 in Kraft getreten.
    (Mit einer Verschärfung der Grenzwerte.)

Ziel dieser Verordnung ist es, dass Feinstaubemissionen aus kleinen Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie Holz deutlich sinken, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Entspricht die eigene Feuerstelle nicht mehr bestimmten Emissionswerten, muss sie entweder stillgelegt, ausgetauscht oder mit einem bestimmten Filter nachgerüstet werden. Genau das regelt die zweite Stufe der Bundesimmissionschutzverordnung.

Hier gilt: 0,125 g/m3 Kohlenmonoxid und 0,04 g/m3 Feinstaub dürfen vom eigenen Ofen nicht überschritten werden.

Was bedeutet das für meinen Kaminofen?

Wurde Ihr Kachelofeneinsatz vor 1975 in Betrieb genommen (dabei zählt das Datum der Typprüfung vom Hersteller, nicht das Einbaudatum bei Ihnen zu Hause), musste er bereits zum 31.12.2014 erneuert werden.

Bei einer Typprüfung des Altgerätes vor 1985 ist er spätestens bis zum 31.12.2017 auszutauschen oder mit einem modernen Filter zu versehen.

Detaillierte Übersicht zu den Terminen (Typenprüfung & Nachrüstung):

Zeitpunkt der Typenprüfung (siehe Typenschild) Zeitpunkt der Nachrüstung bzw. Außerbetriebnahme
Vor dem 01.01.1975 oder Jahr der Typenprüfung nicht mehr feststellbar 31.12.2014
01.01.1975 – 31.12.1984 31.12.2017
01.01.1985 – 31.12.1994 31.12.2020
01.01.1995 bis zum Inkrafttreten der Verordnung 31.12.2024

Wie kann ich das bei mir zu Hause prüfen?:

  1. Wenn man noch weiß was man für einen Ofen besitzt und wenn dieser Ofen noch ein Typenschild besitzt, kann man in der Datenbank des Zentralverbandes für Sanitär, Heizung Klima schauen, ob die Grenzwerte der eigenen Feuerstelle eingehalten werden.
  2. Kontakt zum Ofenhersteller aufnehmen, er kann Ihnen im Zweifel bestätigen, wann die Typprüfung für das jeweilige Modell vorgenommen worden ist. Eine Prüfbescheinigung darüber sollte er Ihnen ebenfalls zusenden können.
  3. Gibt es kein Typenschild mehr oder ist man sich unsicher, sollte man den lokalen Schornsteinfeger um Rat fragen. Er wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen sagen, ob sie den Ofen nachrüsten- oder besser stilllegen lassen. Er wird die Emissionen auch messen und ihnen eine Bescheinigung ausstellen.

Welche Öfen sind von dieser Regelung nicht betroffen?

  • Backöfen
  • offene Kamine
  • Badeöfen
  • historische Kamine von vor 1950

Die oben aufgelisteten Feuerungsanlagen sind nicht von den Fristen zur Stilllegung bzw. Nachrüstung betroffen, da dies meist mit einem sehr hohen Kostenaufwand verbunden wäre.

Nachrüstung mit einem Partikelfilter

Entspricht der eigene Ofen nicht mehr den aktuellen Emissionswerten, gibt es neben der Stilllegung und des Neukaufs noch die Möglichkeit den eigenen Ofen mit einem neuen Partikelfilter auszustatten.

Das kann zwischen 500 und 1000 Euro kosten und sollte gut überlegt sein. Moderne Öfen verbrennen bei richtiger Stapelung des Holzes wesentlich effektiver und sauberer.

Natürlich ist ein neuer Ofen auch immer ein immenser Kostenfaktor, aber da er auf Jahre hin gesehen effektiver ist, sollte man am Ende doch über einen Neukauf nachdenken.

Denn, nahezu alle Öfen die in Deutschland käuflich zu erwerben sind, erfüllen bereits die Bundesimmissionschutzverordnung und dürfen auch nach dem 1.1.2015 in Betrieb bleiben.

Aufpassen sollte man dagegen beim Kauf eines Ofens auf den gängigen Auktionshäusern. Nicht dass man am Ende ein Modell erwirbt, welches eigentlich schon längst hätte stillgelegt werden müssen.


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